Wie wir entstanden sind

Die Wurzeln von Lysistrada liegen im «Frauenbus», der auf dem Oltner Strassenstrich präsent war. Heute ist Lysistrada als Fachstelle für Sexarbeit im ganzen Kanton Solothurn etabliert.

Anfänge auf dem Oltner Strassenstrich

Lysistrada ist aus der Gassenarbeit hervorgegangen. Seit 1994 konnten Frauen auf dem Oltner Strassenstrich – dem damals längsten der Schweiz – einen Bus aufsuchen, um sich mit Kondomen und sauberen Spritzen zu versorgen, sich aufzuwärmen und Informationen zu erhalten. Dieser «Frauenbus» wurde zunächst getragen von der Gassenarbeit, später von der Auffangstation Region Olten. Das Angebot konnte durch den Wandel in der Schweizer Drogenpolitik nicht mehr über die Suchthilfe finanziert werden. 2000 gründeten Engagierte daher den Verein «Frauenbus Lysistrada», um die weiterhin notwendige Arbeit mit einem neuen Bus und zwei Angestellten weiterzuführen.

Fotokopie eines VW-Busses mit dem Schild «♀ Bus», daneben ein Kondom. Handschriftliche Notiz: «Der türkisblaue (neu) VW-Bus Nr. SO 120 654 steht an der selben Stelle, nach der Unterführung bei der Bushaltestelle in der Industrie.»
Schwarz-Weiss-Foto: Der weisse Lieferwagen «Frauenbus Lysistrada Olten» steht in der Dämmerung am Strassenrand.
Bilder vom «Frauenbus» aus dem Archiv von Lysisrada.

Veränderungen im Laufe der Zeit

Nach der Schliessung des Strassenstrichs durch die Stadt Olten im Jahr 2005 entwickelte sich Lysistrada weiter: Die Mitarbeiterinnen besuchten fortan nicht nur den de facto bis heute existierenden Strich, sondern alle Indoor-Lokalitäten im Kanton Solothurn. Nach einer Pilotphase (2007–2009) und einer externen Evaluation wurde das Angebot in ein fixes kantonales Angebot überführt. 2010 schloss Lysistrada einen Leistungsvertrag mit dem Kanton Solothurn ab, 2012 folgte ein weiterer mit der Stadt Olten. Heute berät die Fachstelle Sexarbeiter*innen im ganzen Kanton Solothurn – an ihren Arbeitsorten und in der Beratungsstelle in Olten.

WIESO EIGENTLICH «LYSISTRADA»?

Benannt ist Lysistrada nach der Protagonistin einer Komödie des griechischen Dramatikers Aristophanes. Unter Führung Lysistratas besetzen Frauen die Akropolis und verweigern ihren Männern Sex, um den laufenden Krieg zu beenden. Der Sexstreik hat Erfolg – und da sich ihm auch die Frauen der Gegenpartei angeschlossen haben, ist der Krieg bald vorbei. Das «D» im Namen von Lysistrada verweist auf den Ursprung des Vereins als Angebot für Frauen auf dem Oltner Strassenstrich, auf der «Strada».

Abbild von Lysistrata, Protagonistin einer Komödie des griechischen Dramatikers Aristophanes.
«Aristophanes’ Lysistrata» von Aubrey Beardsley (1896). Lysistrata streckt ihrem Feind, dem Penis, einen Olivenzweig entgegen.

Über uns

Wer heute dabei ist

Zwei Sozialarbeiterinnen, drei Mediatorinnen, eine Sachbearbeiterin – und ein siebenköpfiger Vorstand.