Lysistrada
Lysistrada

Aufsuchende Sozialarbeit

Die Mitarbeiterinnen von Lysistrada suchen jeweils zu zweit sämtliche Lokalitäten auf, in denen im Kanton Solothurn sexuelle Dienstleistungen angeboten werden. Aktuell besuchen sie alle der Fachstelle bekannten Etablissements (Salons, Kontaktbars, Clubs und Cabarets) viermal jährlich; wöchentlich sind sie auf dem Strassenstrich in Olten anwesend. Wo immer Lysistrada willkommen ist, bieten ihre Mitarbeiterinnen den Sexarbeitenden Gespräche und Beratungen an und versorgen sie bei Bedarf mit Informations- und Präventionsmaterial. Die Gespräche können fast immer in der Muttersprache der Sexarbeitenden geführt werden, begleitet doch zumeist eine sogenannte Mediatorin – eine Frau mit Migrationshintergrund, die die Sprache der aufgesuchten Sexarbeitenden spricht und auf die Themen sensibilisiert und ausgebildet ist, die vor Ort beredet werden, – die verantwortliche Sozialarbeiterin.

Bei jedem Kontakt gibt Lysistrada den Sexarbeitenden Säckchen ab, in denen sie Kondome, Gleitmittel, Feuchttücher, eine Informationsbroschüre der Aids-Hilfe Schweiz und eine Visitenkarte der Fachstelle vorfinden, so dass sie sich bei später auftauchenden Fragen telefonisch bei Lysistrada melden und allenfalls einen Beratungstermin ausmachen können.

Mit dem Mediatorinnen-Prinzip sowie durch Abgabe der Informationsbroschüre trägt Lysistrada das Projekt APIS – Aidsprävention im Sexgewerbe der Aids-Hilfe Schweiz mit. Stärker als APIS das vorsieht, nimmt sich Lysistrada aber neben Fragen zur Gesundheit auch solchen zu Rechten, Pflichten und zum Sozialleben der Sexarbeitenden an. Das Angebot von Lysistrada steht zudem grundsätzlich auch Männern und Transgender offen.

 

Rechtliche und soziale (Kurz-)Beratungen

Lysistrada berät und informiert Sexarbeitende bezüglich rechtlicher und sozialer Themen. Fragen zu Arbeits- und Aufenthaltsbewilligungen, Steuerfragen oder Fragen zu polizeilichen Massnahmen klärt Lysistrada mit den Sexarbeitenden wenn möglich direkt vor Ort. Kompliziertere Anfragen müssen jedoch oft telefonisch oder auf der Beratungsstelle vorgetragen werden und verlangen teilweise aufwändige Abklärungen vonseiten der Fachstelle. Bei Bedarf, auf Wunsch oder falls es Lysistrada nicht möglich ist, eine Anfrage im Rahmen ihrer Ressourcen zu bearbeiten, werden Sexarbeitende an entsprechende qualifizierte Stellen triagiert.

Auf einem Merk­blatt, das den Sexarbeitenden vor Ort abgegeben werden kann, informiert Lysistrada kurz und knapp in diversen Sprachen zu den wichtigsten Fragen bezüglich Leben und Arbeiten im Kanton Solothurn. Sie finden darauf auch Adressen von Stellen, die ihnen bei spezifi­schen rechtlichen und sozialen Problemstellungen weiterhel­fen können. Die Fachstelle verfügt auch über Adressen von sensibilisierten Anwälten und Anwältinnen, von denen Sexarbeitende bei Bedarf unbürokratische und schnelle Unterstützung erwarten dürfen.

 

Gesundheitsförderung, Gewaltprävention und Professionalität

Lysistrada berät und informiert Sexarbeitende bezüglich gesundheitlicher Themen und verteilt entsprechendes Präventions- und Informationsmaterial. Insbesondere auf die Risiken ungeschützten Geschlechtsverkehrs werden die Sexarbeitenden immer wieder aufmerksam gemacht. Die Mitarbeiterinnen von Lysistrada klären über HIV/Aids und andere sexuell übertragbare Krankheiten auf, geben Tipps zum professionellen Arbeiten, informieren über die korrekte Anwendung von Verhütungsmitteln und geben bei Bedarf oder auf Wunsch Kondome, Gleitmittel und Feuchttücher ab. Lysistrada berät aber auch bei Fragen zu Schwangerschaft, Sucht oder bei psychosozialen Problemen. Für den Fall, dass medizinische Abklärungen nötig sind und/oder von Sexarbeitenden gewünscht werden, verfügt Lysistrada über Adressen von sensibilisierten Ärzten und Ärztinnen, die niederschwellig Unterstützung anbieten.

Lysistrada sensibilisiert Sexarbeitende zudem auf andere Risiken in ihrer Arbeit und wie diese zu vermindern sind. Der Fokus liegt auf den Rechten und Möglichkeiten, die Sexarbeitende haben, um sich gegen physische oder psychische Gewalt zur Wehr zu setzen und dieser vorzubeugen. Insbesondere auf dem Strassenstrich zielt das Engagement von Lysistrada auf mehr Solidarität unter den Sexarbeitenden.

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